zerrissenes herz (part 2 – mein tribut…)

es ward ein feuer in tiefer nacht,
es ward ein zündlein am wagenrad,
es ward boshaftigkeit in meinem herz,
es ward mein schicksal, deine kraft,
doch du hast mich zu tiefst gehasst

so wurde mein herz zu eisigem stein,
welches erfror vor langer zeit,
dein tod hat es zu tiefst zerrissen,
es war dein eigener herzenswunsch,
doch meine seele hast du mit getötet

du hast mich einfach allein gelassen,
dich konnte ich dafür nicht hassen,
ich zog hinaus und brachte den tod,
egal wo ich in der welt hinkam,
selbst meine gefühle waren immer so

jetzt nach ewigen zeiten des grauens,
und dem jagen nach meiner schuld,
nach so unnötigen vielen opfern,
und meiner eigenen verlorenen jugend,
bin ich daheim, um dir tribut zu zollen

du hast mich meines lebens beraubt,
du hast meine seele und mein herz,
gar meine eigenen gefühle betäubt,
du bist was ich nun werde vernichten,
kein stein soll mehr von dir berichten…

© 2002 by manfred loell

zerrissenes herz (part 1 – gebrochenes herz)

mein geist ist meine führende kraft,
der sich meiner eignen seele entriss,
der verdarb, was ich geschaffen,
zerstörte, was ich einstmal so geliebt,
so ist das unheil über uns gekommen,
nur weil ich verlangte, was es nicht gibt

mein schmerz, ist eine goldene sichel,
welche sich durch leiber anderer frisst,
und hinterlässt nur das wahre grauen,
so zieht mein geist eine blutige spur,
durchdringt mauern des schweigens
und verbirgt sein wahres eigenes gesicht

so sehr ist mein armes herz gefroren,
das nicht ein einziger schrei verstummt,
witwen, witwer, gar arme waisen,
sind meiner sehnsucht grösste schuld,
ich erhob mich selbst zu dem könig,
der angst und schrecken auf sich zog

keine hoffnung einer schnellen erlösung,
keine göttlichen gebete können helfen,
nur das tauen meines steinernen herzens,
kann fröhlichkeit und leben bringen,
doch was mich vor zeiten gar noch liebte,
hab ich nun zertreten, nur um rache zu üben

so bin ich heute, an dein grab gekommen,
um dir zu erzählen und zeugnis zu geben,
von meinem schwur an deinem totenbett,
doch ich kann dir nicht all das böse sagen,
was ich tat, weil sich meine gefühle ergaben,
weil dein früher tot, mein kleines herz zerriss

© 2002 by manfred loell

schwarze nebel, dunkle schatten (part 3 – wie es kommen wird)

drum sei es, ich bin am leben,
bin dir wieder stets ergeben,
bin deines lichtes untertan,
und werde meines dafür geben,
du vermagst mich zu lieben,
meine gefühle, mein denken
zu verstehen und zu lenken,
mir eine hoffnung zu schenken

und doch ist da ungewissheit,
was die ewigkeit mir bringt,
ich habe mein reich gefunden
hab mich dafür geschunden,
hab meine seele aufgegeben,
hab mich dir untergeben,
ich habe so vieles dafür getan,
um mich selbst zu sehen

die schwarzen nebel des lebens,
die dunkle schatten des seins,
alles dies ist nun vergangenheit,
meine taten werden vergessen,
meine schuldigkeit ist getan,
so wie rosen und nelken,
werden sie einst verwelcken,
das schicksal – drum sei´s…

© 2000 by manfred loell

schwarze nebel, dunkle schatten (part 1 – wie es einst war)

schwarzer nebel, dunkle schatten,
ohne licht sollst du erwachen,
ohne die freude sollst du leben,
nur hass kann dich ernähren,
nur die tränen jener fliessen,
welche dich einst gar liebten,
die dich jetzt so sehr hassen,
dich auf ewigkeit verbannten

in ewigkeit der zeit verschollen,
ohne gnade, ohne all die freuden,
kein leben soll sich so quälen,
nur du hast dieses verdient,
so nimm was dir verwährt,
hol dir dein reich auf erden,
zieh eine schmerzende kluft,
zwischen gutem und bösem

widersetze dich der gewalt,
und nimm was dir verwährt,
nimm dir all das schöne zurück,
nimm was dir schon mal gehört,
kehre heim ins licht des seins,
folge deinem reinen herzen
und bekehre die dich ehrten,
als du noch einer ihrer warst…

© 2000 by manfred loell

schwarze nebel, dunkle schatten (part 2 – wie es jetzt ist)

ein kleiner engel kam zu mir,
um mich zu verwöhnen,
meinen verstand zu töten,
mein herz zu zerreissen,
meine gefühle zu greifen,
ich bin ihm entkommen,
doch bin ich benommen,
meine seele ist genommen

und doch lehne ich mich auf,
gegen diese selbstherrlichkeit,
diesem spiegel voller glanz,
der mich so arg geblendet
und mich geschunden hat,
der meinen widerstand,
mein sein auf erden gebrochen,
der meine seele genommen

so gehe ich in die nacht hinaus,
des schwarzen nebels grauen,
dir ewig widerstand zu leisten,
und meine seele zu erhaschen,
um mein leben so zu führen,
im lichte deines ewigen seins,
dir zum trotz bin ich geboren,
und werde immer da verweilen

© 2000 by manfred loell