zerrissenes herz (part 1 – gebrochenes herz)

mein geist ist meine führende kraft,
der sich meiner eignen seele entriss,
der verdarb, was ich geschaffen,
zerstörte, was ich einstmal so geliebt,
so ist das unheil über uns gekommen,
nur weil ich verlangte, was es nicht gibt

mein schmerz, ist eine goldene sichel,
welche sich durch leiber anderer frisst,
und hinterlässt nur das wahre grauen,
so zieht mein geist eine blutige spur,
durchdringt mauern des schweigens
und verbirgt sein wahres eigenes gesicht

so sehr ist mein armes herz gefroren,
das nicht ein einziger schrei verstummt,
witwen, witwer, gar arme waisen,
sind meiner sehnsucht grösste schuld,
ich erhob mich selbst zu dem könig,
der angst und schrecken auf sich zog

keine hoffnung einer schnellen erlösung,
keine göttlichen gebete können helfen,
nur das tauen meines steinernen herzens,
kann fröhlichkeit und leben bringen,
doch was mich vor zeiten gar noch liebte,
hab ich nun zertreten, nur um rache zu üben

so bin ich heute, an dein grab gekommen,
um dir zu erzählen und zeugnis zu geben,
von meinem schwur an deinem totenbett,
doch ich kann dir nicht all das böse sagen,
was ich tat, weil sich meine gefühle ergaben,
weil dein früher tot, mein kleines herz zerriss

© 2002 by manfred loell